Marti

Hallo ihr lieben,

So wie ihr wisst, sind wir jetzt in Griechenland. Dort gab es in manchen Gegenden letzten Sommer große Waldbrände. Einer war in der Stadt Marti und endete in einer Katastrophe. Es kamen ungefähr 100 Menschen um und es wurden zahlreiche Häuser vernichtet.

Wie das passieren konnte? Durch sehr viele Dinge, die zusammen kamen. Erstens durch lange Trockenheit, die wir ja auch bis in Deutschland gespürt haben. Dazu kamen dann starker Wind, wodurch das Feuer sich sehr schnell verbreiten konnte. Die Menschen wurden evakuiert, aber auch da gingen Sachen schief. Das Meer, als Fluchtort, ist eigentlich ganz nah, aber durch die schlechte Infrastruktur leider schlecht erreichbar. Die Menschen mussten also woanders hin flüchten. Dafür gab es Informationen von den Autoritäten, nur waren diese nicht immer korrekt. Dadurch wurden viele Menschen aufeinmal vom Feuer eingeschlossen. Das ganze dauerte nur 1,5 halb Stunden.

Eine Frau, die auch im Altenheim arbeitet, erzählte uns, dass ihre Kinder an dem Tag mit den Großeltern in ihrem Ferienhaus da waren. Sie konnten gerade so entkommen. Die Kinder (2 und 4 Jahre alt) und die Großeltern hatten großes Glück, dass ihnen nichts passiert ist, aber ihr Haus ist jetzt vernichtet. Und so geht es vielen Leuten, die alles im Brand verloren haben. Die Häuser alleine wieder aufzubauen geht nur mühsam und weil so viele vernichtet wurde, kann der Staat auch nicht so viel machen. Darum wurde eine Facebookgruppe erstellt, worin Leute sich melden können, die Hilfe brauchen und Leute, die helfen wollen. Da macht natürlich auch die Gemeinde von Kifissia mit. Jeden Samstag werden ein bis zwei Teams losgeschickt, welche die zerstörten Häuser leerräumen (oder das, was von ihnen übrig ist). Drei Male waren wir da auch dabei.

Wie läuft sowas ab? Erst wird Metall eingesammelt und auf einem großen Haufen geschmissen. Dieses kann dann später eingeschmolzen und wieder benutzt werden. Danach geht es an die Schippen. Die Asche, Schutt und die Überreste von Möbeln, Essen, Gebrauchsgegenständen, und viel mehr werden in Eimer geschippt und in Container geworfen.

Irgendwie war es bizarr, was für Sachen man beim Metall-Einsammeln so findet. Bei einem Haus lag unten geschmolzenes Glas. Glas schmilzt erst ab 1.000 grad, es muss also echt heiß gewesen sein! Oben jedoch fanden wir noch intakte Plastikdosen und Tassen.

Aber wie ging es mir damit? Ich finde es schwer zu sehen, dass diese Menschen alles verloren haben. Trotzdem sind sie sehr dankbar für jede Hilfe. Nach dem Ausräumen wurde uns oft Essen und Trinken angeboten und mehrmals danke gesagt. Das finde ich mega krass und das ist was, das ich auch für mein Leben mitnehmen möchte: Dass ich, wie schlecht es mir auch geht, danke sagen kann.

(made by Dorina, Februar)

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